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Morschach4. Oktober 2026

Also ist Gott ein grosses, unsichtbares Lamm-Biber-Wesen aus … Brot?

Eine Herde Schafe blickt in die Kamera

Vor nicht langer Zeit hatte ich frei und wollte einen Film im Fernsehen anschauen. Dabei entdeckte ich «The Sheep Detectives» («Die Schafdetektive»). Da ich schon einige Filme und Serien über Schafe gesehen hatte, die mir gut gefallen haben, wollte ich auch diesen Film sehen.

Kurz gesagt: Der Film handelt von einem liebevollen Schäfer, der seinen Schafen jeden Abend Geschichten vorliest. Es sind Kriminalgeschichten, und die Schafe diskutieren begeistert über die Fälle. Jedes Schaf hat eine eigene Meinung und eine eigene Theorie.

Eines Nachts wird der Schäfer ermordet. Die Menschen im Dorf wissen nicht, wer der Täter ist. Deshalb beschliessen die Schafe, den Mord selbst aufzuklären. Sie erinnern sich an die Geschichten, die der Schäfer ihnen vorgelesen hat, und versuchen, daraus Hinweise für ihre Ermittlungen zu gewinnen.

«Manchmal kann eine scheinbar naive Frage zu erstaunlich tiefen Gedanken führen.»

P. Christu Susaikannu

Auf ihrer Suche kommen einige Schafe eines Tages ins Dorf. Dabei gelangen sie auf einen Kirchhof und versuchen, die Religion der Menschen zu verstehen. Das führt zu einem ziemlich verwirrenden, aber sehr lustigen Gespräch über Gott:

Lily: «Was ist das?»
Sebastian: «Das ist eine Kirche. Dort wohnt jemand, der Gott heisst.»
Lily: «Wer ist Gott?»
Sebastian: «Das ist ein bisschen verwirrend. Gott ist ein Hirte.»
Mopple: «Dann könnte er unser Hirte sein?»
Sebastian: «Nein. Denn er ist auch ein Lamm.»
Lily: «Was?»
Sebastian: «Und er ist unsichtbar. Und er ist aus Brot. Und er verdammt Dinge.»
Lily verwechselt «Verdammnis» mit einem Biber, der einen Damm baut.
Lily: «Er baut Dämme? Wie ein Biber?»
Sebastian: «Ja.»
Lily: «Also ist Gott ein grosses, unsichtbares Lamm-Biber-Wesen aus … Brot?»
Sebastian: «Ja. Und sonntags essen die Menschen ihn.»
Mopple: «Der arme Gott.»

Bei dieser Stelle musste ich laut lachen.

Natürlich könnte sich jemand durch diesen Dialog über den christlichen Glauben beleidigt fühlen. Ich glaube jedoch nicht, dass er dazu gedacht ist, jemanden zu beleidigen. Die Schafe versuchen lediglich, verschiedene Elemente unseres Glaubens mit ihrem eigenen Wissen zu erklären – und verbinden dabei alles auf eine scheinbar logische Weise.

Gerade deshalb fand ich den Dialog interessant. Er bringt mich dazu, darüber nachzudenken, wie wir selbst unseren Glauben verstehen. Wie würden wir einem Menschen, der überhaupt nichts über das Christentum weiss, erklären, was eine Kirche ist? Wer Gott ist? Und welche Bedeutung Gott für unser eigenes Leben hat?

Manchmal kann eine scheinbar naive Frage zu erstaunlich tiefen Gedanken führen.

P. Christu Susaikannu, Morschach